Hier ist die Übersetzung für die Sektion über das Beckenboden-Konzept:
Wer steckt hinter dem Beckenboden-Konzept?
Katja von Boetticher M.Sc. Phys Als Physiotherapeutin berate und unterstütze ich Sie nicht nur bei Themen wie „Beckenbodengesundheit und -training“, sondern erkläre Ihnen auch die funktionellen Zusammenhänge zwischen Muskulatur, Atmung und Bewegung.
Ich verfüge über langjährige Erfahrung aus meiner 20-jährigen Tätigkeit als Physiotherapeutin in den Bereichen Prävention, Sport und Rehabilitation. Meine Ausbildung und mein Studium habe ich in Deutschland absolviert. Zu meinen Schwerpunkten in der therapeutischen Versorgung gehören:
- Traumatologie:
- Eingeschränkte Schulterbeweglichkeit
- Gesichts- und Kieferschmerzen
- Hüft- und untere Rückenschmerzen
- Innere Medizin:
- COPD
- Diabetes mellitus Typ 2
- (Gynäkologische) Urologie:
- Beckenbodenreizung / -schwäche
- Inkontinenzprobleme
Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir Ihr individuelles Therapieprogramm.
Was ist das Beckenboden-Konzept?
Unser Ansatz Die Physiotherapie ist ein wesentlicher Bestandteil unseres ganzheitlichen Ansatzes zur Behandlung von Funktionsstörungen der Beckenboden-Schließmuskulatur (Beckenboden-Sphinkter-Dysfunktion). Zudem ist dies keineswegs ein Problem, das ausschließlich „ältere Menschen“ betrifft.
Es ist berechtigt und verständlich zu fragen, was die Physiotherapie im Bereich der (gynäkologischen) Urologie leisten kann und welche funktionellen sowie mentalen Fähigkeiten zur Selbstkontrolle im therapeutischen Rahmen erlernt werden können.
Richtig ist: Selbstkontrolle und aktive Mitarbeit sind notwendig, um in diesem hochsensiblen Bereich positive Effekte zu erzielen. Das Ziel ist nicht nur die Linderung des Leidensdrucks, sondern vor allem die Ermöglichung der Teilhabe am alltäglichen und gesellschaftlichen Leben.
Mit dieser Motivation nutzen wir verschiedene anerkannte Therapieansätze, wie das Tanzberger®-Konzept oder das Physio Pélvica®-Konzept.
Was bedeutet „ganzheitlich“ wirklich?
In der ganzheitlichen Medizin und Therapie betrachten wir den Menschen als Ganzes. Dies geschieht jedoch nicht nur durch objektive (sichtbare) Tests oder die reine Beobachtung von „außen“. Wir sind täglich auch psychischem Stress oder hormonellen Veränderungen ausgesetzt, die wiederum Auswirkungen auf unsere körperlichen Strukturen haben.
Insbesondere in der Beckenbodentherapie müssen die Ursachen erkannt und nicht nur die Symptome behandelt werden. Hierfür ist Ihre Mitarbeit grundlegend. Wir unterstützen Sie mit unserem medizinischen und therapeutischen Wissen, damit Sie wieder leichter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Wir sorgen dafür, dass Ihr Verständnis für die eigene Beckenboden-Gesundheit während der Therapie stetig wächst und wir gemeinsam realistische Ziele setzen.

Hier ist die Übersetzung des Textes, wobei ich darauf geachtet habe, den medizinisch-fachlichen Kontext (wie die Unterscheidung zwischen „Klemmen“ und „Schnürern“) präzise und natürlich ins Deutsche zu übertragen:
„Neue“ Ansätze übertreffen alte Konzepte
Für die Therapie steht fest: Weder das Anspannen der Oberschenkelmuskulatur noch das Unterbrechen des Harnstrahls beim Toilettengang sind sinnvolle Übungen für das Beckenbodentraining. Während das Stoppen des Urinflusses lediglich einmalig als Test durchgeführt werden kann, sollte die Oberschenkelmuskulatur an der Innenseite der Beine niemals als Kompensationshilfe (Alibi) genutzt werden.
Die Schließmuskeln der Harnröhre und des Anus sind keine „Klemmen“, sondern „Schnürer“. Sie können zum Beispiel willkürlich Ihre Augen fest zusammenkneifen, aber dies vom Beckenbodensystem zu verlangen, wäre selbst für einen intakten Beckenboden (PF) eine Überforderung.
Es ist daher wenig überraschend, dass die Motivation der Betroffenen schnell sinkt, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. Aus diesem Grund ist es unser Ziel, Sie nicht nur im herkömmlichen Sinne zu behandeln, sondern Sie vor allem aufzuklären, zu beraten und Sie im Rahmen der medizinischen Möglichkeiten auf Ihren Alltag vorzubereiten.
Isolierte Spannungsübungen trainieren nur eine Eigenschaft: die Muskelkraft. Dies allein ermöglicht jedoch keine systematische Informationsverarbeitung (bezogen auf unser Körpersystem) und keine spezifischen Reaktionen auf funktionelle Anforderungen (bezogen auf das Zusammenspiel und die Prozesse im Körper).
Was bedeutet das für das Training?
Jeden Tag führen wir eine Reihe von Bewegungen und Bewegungskombinationen aus, die normalerweise nie auf die gleiche Weise geübt werden. Wenn wir lernen, folgen wir zunächst bestimmten Richtlinien. Doch unsere individuelle Bewegungserfahrung und unser Trainingszustand führen dazu, dass wir uns alle in unseren Bewegungsabläufen und somit auch in der Ansteuerung verschiedener Körperstrukturen unterscheiden.
In Bezug auf den Beckenboden bedeutet das: Wir müssen die Ansteuerung und die funktionellen Aufgaben des PF im Hinblick auf die Aktivitäten des täglichen Lebens betrachten. Das Training ist personalisiert und umfasst auch strukturelle Aktivatoren. Unser Körper reagiert auf jede neue Bewegungsaufgabe mit Anpassung – manchmal auch mit Kompensationen („Hilfsbewegungen“).
Unser Konzept verbindet passive Therapie mit funktioneller Alltagstherapie. Unser Körper ist so konzipiert, dass jede Struktur ihre Funktion hat. Wenn wir uns zu wenig bewegen oder Strukturen zweckentfremdet nutzen, entsteht ein Ungleichgewicht, das mal mehr, mal weniger Probleme verursacht.
„Das Gehirn kennt den Muskel nicht, es kennt nur die Bewegung.“ (John H. Jackson, Neurologe)
Deshalb betrachten wir die Atmung, die Körperhaltung, psychische Belastungen/Stresssituationen, Reaktionen auf bestimmte Reize an Haut, Muskeln und Faszien sowie die chirurgische Vorgeschichte und Ihre persönlichen Ziele.
Grundaspekte unseres Therapiekonzepts
Unsere Therapie konzentriert sich auf einen ganzheitlichen Ansatz für die Beckenbodengesundheit und integriert mehrere Schlüsselkomponenten, um effektive und dauerhafte Ergebnisse zu erzielen.
Funktionelles Üben und Reprogrammierung Ein Kernaspekt unserer Therapie ist das gezielte Üben der Funktion. Bewegungen, die automatisiert werden sollen, müssen zunächst bewusst geübt und in Ihren Alltag integriert werden. Unser Ziel ist es, Ihr System auf die korrekte Funktion neu zu programmieren (Reprogrammierung).
Die Kraft der Atmung Atemübungen sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil. Die Zwerchfellatmung gibt allen beweglichen Wänden Ihrer „Bauchkapsel“ Rhythmus, dynamische Kraft und Richtung. Diese physiologischen Dehnungs-Verkürzungs-Zyklen der Atmung können Ihre Muskulatur effektiv tonisieren.

Berücksichtigung kognitiver und emotionaler Faktoren
Wir befassen sich auch mit dem kognitiven Verhalten. Psychische Anspannung, wie etwa Angst, kann den Tonus der Blasenmuskulatur und die Erregbarkeit der Sensoren in der Blasenwand erhöhen. Dies führt oft zu einem Teufelskreis und strategischen Vermeidungsreaktionen, wie vorsorglichen Toilettenbesuchen oder einer eingeschränkten Flüssigkeitsaufnahme. Das Verständnis dieser „phobischen Strategien“ ist entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.
Den eigenen Körper verstehen: Anatomie und Physiologie
Um Ihre Eigenkompetenz zu stärken, nutzen wir Modelle, Bilder und Videos, um die Anatomie und Physiologie des Urogenitaltraktes, des Beckenbodens (PF) und der Schließmuskulatur zu erklären. Kurze Erläuterungen während der Therapie helfen Ihnen dabei, die Systeme Ihres Körpers besser zu visualisieren und zu verstehen.
Steigerung von Wahrnehmung und Bewusstsein
Die Schulung Ihrer Wahrnehmung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir berücksichtigen dabei verschiedene Dimensionen der Aufmerksamkeit (Intensität, Kapazität und Dauer). Wir analysieren, wie lange und in welchem Umfang Sie sich konzentrieren können, insbesondere unter Druck oder in Stresssituationen. Gezielte Fragen zu Ihren Empfindungen – beispielsweise bezüglich der Atembewegungen – dienen dazu, dieses Bewusstsein zu schärfen.
Das Fasziensystem und seine Rolle
Das Fasziensystem ist ein weiteres wesentliches Element, das in unsere Beckenbodentherapie integriert ist. Dieses funktionelle Netzwerk erstreckt sich über den gesamten Körper, und seine Geschmeidigkeit ist essenziell für reibungslose Bewegungsabläufe. Wissenschaftliche Studien belegen seine Existenz und Funktion und heben vier wesentliche Pfade hervor.
Die biomechanisch konzipierte Beckenboden-Aufhängung ist ein kritischer Faktor für die Kontinenz, insbesondere bei plötzlichen Druckanstiegen wie Husten, Niesen oder Lachen. Wichtig ist zu verstehen, dass dieser „Federeffekt“ erhalten bleiben muss, jedoch nicht durch präventives Anspannen des Beckenbodens erzielt wird. Eine solche Vorspannung, etwa vor einem Hustenreiz, kann zu einem dysfunktionalen Spannungsblock führen.
Faszien leben von Druck, Drehung, Schub, Bewegung und Zug. Daher beginnen wir oft mit der Vorbereitung dieser Strukturen durch passive Behandlungsmethoden, bevor wir zur aktiven Therapie übergehen.
Aktive und gerätegestützte Therapie
Die aktive Therapie umfasst nicht nur die gängigen „großen“ Bewegungsübungen, sondern auch die Kräftigung und Aktivierung kleiner Muskeln (segmentale Stabilisation), die Ihre Gelenke unterstützen und schützen. Diese Muskeln reagieren besonders gut auf Balance-, Halte- und Stützübungen. Direkte Aktivierungstechniken erlernen Sie während Ihrer Therapiesitzungen.
Für die gerätegestützte Physiotherapie nutzen wir Hilfsmittel wie Thera-Bänder, Pezzibälle, Redondobälle, Faszienrollen und andere Kleingeräte. Diese sind für das Training zu Hause leicht zugänglich – entweder über den Fachhandel oder direkt bei uns. Bei Bedarf setzen wir ergänzend Kinesio-Taping ein.

Beurteilung und Überwachung
Selbstverständlich beginnt Ihre physiotherapeutische Behandlung mit einer ärztlichen Voruntersuchung und einer therapeutischen Bewertung, die auch Biofeedback einschließt. Biofeedback ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das die Aktivität Ihres Beckenboden-Schließmuskel-Systems aufzeichnet und uns dabei hilft, Ihren Behandlungsfortschritt präzise zu überwachen.
Zudem bewerten und vergleichen wir Ihren Haltungsstatus nach jeder Behandlungsserie. So können wir feststellen, wie sich Ihr Training auf Ihre Körperhaltung ausgewirkt hat, was wiederum direkten Einfluss auf Ihren Beckenboden hat. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gerne einen abschließenden physiotherapeutischen Bericht.
Kontinuierliche Unterstützung
Unser Online-Programm bietet Ihnen zusätzliche motivierende Unterstützung und erleichtert es Ihnen, die Übungen konsequent in Ihren Alltag zu Hause zu integrieren.
Wir beraten Sie jederzeit gerne und besprechen die verschiedenen Möglichkeiten im Rahmen eines ärztlichen Beratungsgesprächs.